Planspiel für mehr Geschlechtergerechtigkeit

Ein Planspiel ist eine handlungsorientierte Methode zur Vermittlung komplexer Zusammenhänge. In Planspielen werden Entscheidungsprozesse innerhalb eines Spielrahmens simuliert. Die Methode eignet sich, um systematisches Denken zu trainieren.

Kurz zusammengefasst sieht der Rahmen dieses Planspiels vor, dass alle Teilnehmende als Frauen agieren, die in demselben Betrieb beschäftigt sind. Sie unterscheiden sich allerdings hinsichtlich ihrer Beschäftigungsbedingungen und ihrer Lebensumstände. Die Frauen mit den gleichen Beschäftigungsbedingungen arbeiten jeweils in einer Gruppe zusammen. Insgesamt gibt es die folgenden 4 Gruppen:

1. Frauen in befristeter Teilzeit
2. Frauen in befristeter Vollzeit
3. Frauen in unbefristeter Beschäftigung (Teil- oder Vollzeit)
4. Frauen in Führungsfunktion

Innerhalb dieser Gruppen ziehen die Teilnehmenden zusätzlich Rollenkarten. Die Rollen unterscheiden sich in Bezug auf die Fragen, ob die Frauen Kinder haben, in einer Partnerschaft leben oder verheiratet sind.

Vor dem Hintergrund dieser Rahmenbedingungen beschäftigen sich die Teilnehmenden in ihren Gruppen und in ihren jeweiligen Rollen mit den folgenden gewerkschafts- und gleichstellungspolitischen Themen:

  • Gleichstellung im Betrieb
  • Sorgearbeit
  • Frauen in der Kommunalpolitik
  • Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Gemeinsam erarbeiten die Teilnehmenden Handlungsstrategien, um in diesen Themenfeldern zu mehr Geschlechtergerechtigkeit zu kommen. Bei unserem Planspiel stehen die Auseinandersetzung mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit sowie das Entwickeln von konkreten und solidarischen Handlungsstrategien im Vordergrund. So ist das Ziel dieses Planspiels erreicht, wenn alle Teilnehmenden der Meinung sind, dass im Spiel mehr Geschlechtergerechtigkeit erreicht werden konnte. Anpassungen des Planspiels sind möglich. So kann beispielsweise ein Themenfeld weggelassen werden, wenn die Zeit nicht ausreicht oder ein Thema nicht passend erscheint.

Das Planspiel für mehr Geschlechtergerechtigkeit kann nicht alle Aspekte von sozialer, geschlechterbezogener Ungleichheit darstellen, sondern zeigt beispielhaft auf, wo diese Ungleichheiten auftreten und welche Themen berührt sein können.

Hinweis: Diese Methode ist sehr anspruchsvoll und sollte ausschließlich von sehr erfahrenen Moderator_innen durchgeführt werden, die entscheiden können, ob sich die Methode für ihre jeweilige Zielgruppe eignet, und die im Umgang mit Diskriminierung und sexualisierter Gewalt geschult sind. Zusätzlich bietet es sich an, mit mehreren Moderator_innen zu arbeiten, die die einzelnen Gruppen während ihrer Arbeitsphasen unterstützen können.

Ziele:

  • Die Teilnehmenden setzen sich mit ausgewählten gewerkschafts- und gleichstellungspolitischen Themen auseinander: Gleichstellung im Betrieb, Sorgearbeit, Frauen in der Kommunalpolitik und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.
  • Die Teilnehmenden kennen Fakten, Akteur_innen und Kampagnen zu den Themen und erarbeiten gemeinsam konkrete und solidarische Handlungsstrategien, um in diesen Themenfeldern zu mehr Geschlechtergerechtigkeit zu kommen.
  • Die Teilnehmenden reflektieren die Lebensumstände von (anderen) Frauen sowie, dass Frauen in unterschiedlichen Lebensumständen verschiedene Interessen und Prioritäten haben können.
  • Die Teilnehmenden trainieren das Argumentieren für einen Standpunkt.

12 h

Hilfsmittel: Arbeitsgruppenräume, Beamer, Flipchart, Großer Raum, Material für Arbeitsgruppen unter „Raumaufteilung und Vorbereitung im Raum“, Metaplanpapier, Moderationskoffer, PC/Laptop, PowerPointPräsentation, Rollenkarten, Zeitlicher Ablaufplan

Moderationskompetenz:

Ähnliche Materialien

Lohnlücken-Memory-weniger Verdienst im selben Beruf!

Wie beim herkömmlichen Memory-Spiel müssen die Teilnehmenden versuchen, möglichst viele Paare zu finden, die hier aus: 1. einer Prozentzahl inkl. eines kleinen Hinweisbildes auf einen Beruf bestehen 2. der Berufsbezeichnung bestehen. Die Paare zeigen zusammen die Lohnlücke der Berufe an,...

mehr lesen

Interaktiver Input: Die gesellschaftliche Stellung der Frau. Engegengesetzte politische Positionen

Der interaktive Input bietet die Möglichkeit, die Wissensvermittlung mit dem Meinungsaustausch und der eigenen Positionierung zu kombinieren. Während des Inputs haben die Teilnehmenden immer wieder die Gelegenheit, sich aktiv zu beteiligen, sich mit anderen auszutauschen und ihre eigene politische Position...

mehr lesen

Glücksrad des sozialen Status und das Problem der Mehrfachdiskriminierung

Mit dieser Methode kann eine Diskussion über die gesellschaftliche Bedeutung bestimmter Merkmale wie z. B. Geschlecht, Ethnizität und Klasse angeregt werden. Um in diese Diskussion einzusteigen, „erspielen“ sich die Teilnehmenden einzeln mit dem Glücksrad fiktive Rollen. In diesen Rollen reflektieren...

mehr lesen